1984 wurde ich in Kustanaj, dem nördlichen Kasachstan (ehemalige UdSSR) geboren. Dort verbrachte ich meine Kindheit. Im zarten Alter von 12 Jahren, im Jahr 1996, verließ ich gemeinsam mit meiner Familie die Heimat, um einen neuen Anfang im "schönen Westen" - Deutschland zu beginnen. Im Nordrhein-Westfälischen Mühlenkreis, wo ich auch heute noch mit meinem Mann und meiner Tochter lebe, fand ich gemeinsam mit meiner Familie eine zweite Heimat. Die Anpassung an die bislang unbekannte Lebensumgebung war dabei nicht das Schwierigste, vielmehr war es die Erlernung einer neuen Sprache und das Verlassen der Angehörigen, die noch in Kasachstan blieben.

 

Die Schulzeit in Deutschland begann für mich ab der 5. Klasse. Die Anfänge waren sehr schwierig, da ich die Sprache, angefangen beim Alphabet, von neu auf lernen musste. Misserfolge in den ersten Schuljahren waren unvermeidbar. Zum Schulende war ich sprachlich so fit, dass ich die allgemeine Hochschulreife mit sichtbarem Erfolg erlangte. Es folgte eine zweieinhalbjährige Ausbildung zur Bürokauffrau, anschließend das Berufsleben. Derzeit bin ich als Bankangestellte beschäftigt.

 

Schon früh zog ich mich in die Welt der Bücher zurück, las, schrieb Gedichte und Geschichten, die ich als meine Leidenschaft empfand. Jedoch bildete die sprachliche Barriere das größte Problem, das mich darin hinderte, Texte in deutscher Sprache zu verfassen. Die ersten Texte waren sprachlich und auch storytechnisch nicht überzeugend. Also galt es weiterhin meinen Sprach- und Schreibstil zu verbessern. Mit dreizehn Jahren entstand mein erster Roman „Die Gunst des Schicksals“, welches ich in meiner Muttersprache schrieb. Erst Jahre später hatte ich es übersetzt, mehrmals bearbeitet und erstmals im Jahr 2007 im Twilight-Line Verlag veröffentlicht. 

 

Die Idee zu meinem Roman „Die Brücke nach Hause“ entstand aufgrund von familiären Ereignissen, die sich über mehrere Generationen hinweg in der Familie ereigneten. Die Entscheidung meiner Ahnen, die vor knapp zweihundert Jahren die deutsche Heimat verließen, um nach Wohlstand auf dem Boden des Russischen Reichs zu suchen, zeichnete die Schicksale ihrer Nachkommen drastisch. Armut, Vertreibung, Verfolgung und Entwürdigung erlitt die Generation, die den Zweiten Weltkrieg unter Stalin als Deutsch auf dem russischen Land erlebte. Leiden und Strapazen ertrugen meine Großeltern durch die von Stalin verordnete Deportation nach Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges 1941, die sie nach Kasachstan führte und während welcher Tausende ihren Tod fanden. Und die Geschichte hört nicht an dieser Stelle auf, sie reicht bis in die Gegenwart. 

 

 

 

 

 

 

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